Aktuelles

Pressemitteilung vom 14. April 2026

Nisthilfen für Mehlschwalben in Eberbach: NABU und Unternehmenziehen an einem Strang

Direkt vor der Haustür setzen NABU Eberbach-Schönbrunn und die Unternehmen EATON Cooper Crouse-Hinds GmbH und Asteelflash Germany GmbH ein starkes Zeichen für den Artenschutz: Sie haben Nisthilfen für Mehlschwalben installiert. Die Mehlschwalbe gilt in Deutschland als gefährdete Art und steht auf der Roten Liste. In den vergangenen Jahrzehnten sind die Bestände regional stark zurückgegangen – unter anderem durch den Verlust geeigneter Nistplätze und den Rückgang von Insekten als Nahrungsgrundlage. Solche Nisthilfen sind daher ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Arten, zumal Mehlschwalben sehr standorttreu sind. Die Kolonie bei EATON gehört zu den größten in Eberbach. An den Gebäuden von EATON und Asteelflash befinden sich zahlreiche Naturnester, die jedoch abbröckeln. Durch anhaltend trockene Sommer steht den Vögeln zudem kaum Baumaterial zur Verfügung, um ihre Nester zu reparieren. Die künstlichen Nisthilfen bieten daher dringend benötigte Brutplätze und stärken die Kolonie nachhaltig. Bei Asteelflash wurden zwei Doppelnester mit Kotbrett installiert, gefertigt in Absprache mit Thomas Trunzer, Leiter der Werkstatt des Eberbacher Bildungs- und Ausbildungszentrums (EBAZ). Das Kotbrett hält die Fassade sauber. Zusätzlich wurden elf Doppelnester am Standort von EATON angebracht. Die Planung und Organisation erfolgten gemeinsam durch Christina Kunze vom NABU und Simon Geier, Teamleiter der Instandhaltung bei EATON. Die Finanzierung übernahm vollständig der NABU, und die Firma Ursula Beisel Arbeitsbühnenvermietung stellte dankenswerterweise unkompliziert eine Hebebühne zur Verfügung. Besonders hervorzuheben ist das Engagement des EATON-Teams: Mit Unterstützung der Hebebühne wurden die Nisthilfen in nur zweieinhalb Stunden von Dominik Stumpf, Christian Wäsch und Auszubildendem Kilian Hecktor montiert – ein Vorbild für tatkräftiges Mitwirken über reine Zustimmung hinaus. „Wir haben hier im besten Sinne offene Türen eingerannt“, freut sich Christina Kunze vom NABU über die große Unterstützung der Unternehmen. Bei EATON wurden Geschäftsführer Christian Fimpler, Gabriele Köhler (Assistenz der Geschäftsleitung), Werksleiter Uwe Oberle, Betriebsratsvorsitzender Christian Kaiser, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender Patrizio Peppe und Simon Geier und Stefanie Hüll (Leiterin Instandhaltung) aktiv eingebunden. Bei Asteelflash haben General Manager Caner Gökcin und Hannes Egler, Energy and Substinability Manager, die Maßnahme unterstützt. Beide Firmen ermöglichten so eine unkomplizierte Umsetzung. Als Anerkennung wurden Asteelflash und EATON mit der NABU-Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ ausgezeichnet. Mit der Installation der Nisthilfen wurde ein wichtiger Beitrag zum lokalen Artenschutz geleistet – und zugleich ein positives Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit von Naturschutz und Wirtschaft geschaffen.

Fotos: NABU Eberbach-Schönbrunn; Text: Christina Kunze


Pressemitteilung vom 18. März 2026

Wer klopft denn da? – Spechtführung auf dem Breitenstein

Knapp 20 Naturinteressierte folgten am Sonntagmorgen der Einladung des NABU Eberbach-Schönbrunn zu einer frühmorgendlichen Spechtführung auf dem Breitenstein in Eberbach. Unter der Leitung von Dr. Max Schulz und Christina Kunze erkundete die Gruppe von 7.30 bis etwa 10.30 Uhr die Streuobstwiesen und Waldränder des Gebiets.

 

Der frühe Start zahlte sich aus: Immer wieder waren typische Trommelwirbel und Rufe aus dem Wald zu hören. Insgesamt konnten drei Spechtarten beobachtet oder eindeutig gehört werden – der Mittelspecht, der Buntspecht und der Grünspecht.

 

Auch wenn damit nur drei der insgesamt sieben dort möglichen Spechtarten nachgewiesen wurden, erhielten die Teilnehmenden spannende Einblicke in die Lebensweise der heimischen Spechte. Die beiden Exkursionsleiter erklärten unter anderem, wie sich die Arten anhand ihrer Rufe, ihres Trommelns oder ihres Lebensraums

unterscheiden lassen und welche Bedeutung alte Bäume und Totholz für Spechte und viele andere Tierarten haben.

 

Für die lauteste musikalische Begleitung des Morgens sorgte allerdings die Singdrossel, deren abwechslungsreicher Gesang mehrfach über die Streuobstwiesen hallte. Außerdem konnten die Teilnehmenden unter anderem Rotdrossel, Misteldrossel, Zilpzalp, Rotkehlchen, Ringeltaube, Turmfalke, Wanderfalke, Kleiber, Rotmilan, Heckenbraunelle, Sumpfmeise, Kohlmeise, Blaumeise, Rabenkrähe, Eichelhäher, Amsel,

Buchfink, Star und Goldammer beobachten beziehungsweise hören.  

 

Trotz der noch ruhigen Vogelaktivität genossen die Teilnehmenden den frischen Frühlingsmorgen auf dem Breitenstein und die Gelegenheit, gemeinsam auf Entdeckungstour in die Natur zu gehen.

Foto: NABU Eberbach-Schönbrunn

 


Pressemitteilung vom 30. September 2025

Streuobsttag des NABU Eberbach-Schönbrunn: Kinder ernten, pressen und genießen frischen Apfelsaft

Strahlende Kinderaugen, Sonnenschein und der Duft von frisch gepresstem Apfelsaft – beim Streuobsttag des NABU Eberbach-Schönbrunn erlebten 19 Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren einen spannenden und lehrreichen Nachmittag rund um die Streuobstwiese.

 

Nach einer regnerischen Woche zeigte sich das Wetter pünktlich von seiner besten Seite. Gemeinsam wurden Äpfel geerntet, gewaschen, geschnitten und mit einer Obstmühle zerkleinert, bevor sie in der mobilen Presse zu leckerem Apfelsaft verarbeitet wurden. Jedes Kind durfte eine Flasche des eigenen Safts mit nach Hause nehmen – natürlich mit einem selbstgestalteten Etikett.

 

Ein weiteres Highlight des Tages: Die Kinder markierten ausgewählte Bäume auf dem Breitenstein mit dem „Gelben Band“ – ein Zeichen dafür, dass hier für den Eigenbedarf geerntet werden darf. Diese Aktion unterstützt die Initiative gegen Lebensmittelverschwendung und macht gleichzeitig auf die Bedeutung der Streuobstwiesen aufmerksam.

 

„Es ist uns ein großes Anliegen, Kindern Natur und Nachhaltigkeit auf spielerische Weise näherzubringen“, so Antonino und Jacqueline Saraceno, Christina Kunze und Charlotta Richter. „Der Streuobsttag zeigt, wie viel Freude gemeinsames Ernten und Verarbeiten machen kann – und ganz nebenbei lernen die Kinder, wie wertvoll unsere heimischen Obstwiesen sind“, ergänzen die Organisatoren.

 

Nach vier ereignisreichen Stunden endete der Streuobsttag – und hinterließ nicht nur frischen Apfelsaft, sondern auch viele glückliche Gesichter.

 

Der NABU Eberbach-Schönbrunn engagiert sich seit vielen Jahren für den Erhalt und die Pflege der Streuobstwiesen auf dem Breitenstein. Mit Veranstaltungen wie dem Streuobsttag soll Kindern Naturwissen und Nachhaltigkeit nähergebracht werden. 

Foto: privat; Text: Christina Kunze


Pressemitteilung vom 19. August 2025

NABU und Garten- und Landschaftsbau Huy pflegen Eberbacher Verkehrskreisel – Autofahrer zeigen ihre Wertschätzung

Vor einiger Zeit fand ein Arbeitseinsatz des NABU Eberbach-Schönbrunn am einzigen Verkehrskreisel der Stauferstadt statt. Der im Frühling 2023 in Zusammenarbeit mit der Firma Garten- und Landschaftsbau Andreas Huy angelegte Kreisel wurde im Rahmen des Pflegeeinsatzes von Beikraut befreit, zurückgeschnitten und auf Vordermann gebracht – zur Freude vieler Autofahrer, die während der Arbeiten hupend und winkend ihre Anerkennung zeigten.


"Es war schön zu sehen, wie positiv unsere Arbeit aufgenommen wird", berichtet ein Mitglied des sechsköpfigen NABU-Teams. "Einige Fahrer haben sich sogar während der Fahrt aus dem Fenster bedankt."


Der Kreisel ist nicht nur ein gestalterisches Highlight im Straßenbild, sondern erfüllt auch eine ökologische Funktion. Die insektenfreundliche Bepflanzung mit Lavendel, Rosmarin, Majoran, Oregano, Bartblume, Potentilla, Echinacea, Rosen, Bergminze, Blauraute und Salbei bietet heimischen Bestäubern wie Wildbienen, Schmetterlingen und Hummeln wertvolle Nahrung – besonders in den Sommermonaten, wenn viele andere Flächen bereits verblüht sind.


Andreas Huy, der die Anlage des Kreisels vor zwei Jahren maßgeblich und großzügig über Maschinen, Manpower und Spenden mitfinanziert hat, zeigt sich zufrieden mit dem aktuellen Zustand: „Man sieht, wie sich die Fläche entwickelt hat. Die Kombination aus Blütenvielfalt, Struktur und Pflege zahlt sich aus – sowohl für die Natur als auch für das Ortsbild.“

 

Der NABU Eberbach-Schönbrunn bedankt sich bei allen Beteiligten für die tatkräftige Unterstützung und freut sich über die positive Resonanz aus der Bevölkerung. Weitere Pflegemaßnahmen sind für den Herbst geplant.

 

Viele Projekte zum Erhalt bedrohter Arten und Lebensräume finanziert der NABU Eberbach-Schönbrunn größtenteils über Spenden. Eine Spende hilft dabei, die Natur für kommende Generationen zu bewahren. Jeder Beitrag – ob groß oder klein – hilft. Spendenkonto: Volksbank Neckartal, IBAN: DE81 6729 1700 0020 0764 02.

 

Der NABU Eberbach-Schönbrunn bedankt sich für die Unterstützung.

Foto: privat, Text: Christina Kunze


Pressemitteilung vom 21. Juli 2025

8000 qm Fläche wird zu einem Hotspot der biologischen Vielfalt

In Zeiten des Artensterbens, von dem besonders Insekten betroffen sind, zählt jeder Quadratmeter intakter Lebensraum. Deshalb hat man sich beim NABU Eberbach-Schönbrunn entschieden, auf einem Teil seines Eigentums im FFH-Gebiet Breitenstein eine artenreiche Mähwiese anzulegen.

 

So wurde im Herbst vergangenen Jahres mit den Bodenvorbereitungen durch örtliche Landwirte begonnen und das heimische Saatgut im Frühjahr dieses Jahres ausgebracht. Bezüglich des Saatguts arbeitete man eng mit dem Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis zusammen, da nur heimisches Saatgut von zertifizierten Spenderflächen in der freien Landschaft ausgebracht werden darf. Durch Regen begünstigt hat sich inzwischen eine bunte Pflanzengesellschaft entwickelt, die von Schmetterlingen und anderen Insekten, aber auch Vögeln, Hasen und Spinnentieren rege aufgesucht wird – was der Artenvielfalt auf dem Breitenstein zugutekommt und Begeisterung weckt.

Neben Weiden und Brachen sind es vor allem Mähwiesen, früher auch Heuwiesen genannt, die besonders artenreich sind. Diese Form des Grünlands entstand durch eine geringe Schnitthäufigkeit und Nutzung des Mahdguts als Viehfutter. Durch diese extensive Bewirtschaftung ohne Einsatz von Düngern und Pestiziden konnten sich auf magerem Grund viele Wildkräuter etablieren. Genau nach diesen Vorgaben möchte der Naturschutzbund die Fläche abschnittsweise und insektenschonend per Balkenmäher mähen und das Mahdgut abräumen. Kennzeichnend für artenreiches Grünland ist das ausgewogene Verhältnis von Gräsern und Wildkräutern wie Margeriten, Glockenblumen oder Flockenblumen. Mehr als die Hälfte aller in Deutschland vorkommenden Tier- und Pflanzenarten sind in unseren Wiesen beheimatet. Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist die Aufgabe als CO₂-Speicher sowie der hohe Erholungswert für uns Menschen.

Deshalb ist es dringend nötig, den Verlust dieses wertvollen Lebensraums infolge der Aufgabe kleinteiliger Landwirtschaft und des Flächenverbrauchs zu stoppen. Denn trotz europäischem Schutzstatus sind die Mähwiesen – und infolgedessen auch Insekten, Vögel und Pflanzen – von einem dramatischen Rückgang betroffen, dem die Naturschützer zumindest lokal entgegenwirken möchten.

Die neu angelegte Wildblumenwiese des NABU Eberbach-Schönbrunn. (Foto: Michael Pabst)


Pressemitteilung vom 16. April 2025

Vogelkundliche Führung auf dem Breitenstein

NABU Eberbach lädt zu einem morgendlichen Vogel-Spaziergang ein

Der Breitenstein ist die größte Streuobstwiese auf Eberbacher Gemarkung. Die 130 ha umfassende Hochfläche um den 318 m hohen Schollerbuckel, die vor 1,5 Millionen Jahren das Flussbett des Neckars bildete, ist nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel, sondern auch eine der artenreichsten Landschaften um Eberbach.

 

Charakteristisch für diese vor 200 Jahren durch Rodung entstandene Kulturlandschaft ist der kleinräumige Wechsel von Ackerflächen, Wiesen, Weiden, Heckenstreifen, Streuobstwiesen, Steinriegeln und Trockenmauern. 42 Brutvogelarten sind in dem Landschaftsschutz- und FFH- Gebiet nachgewiesen. Der frühe Vogel fängt den Wurm heißt es… lassen Sie sich auf die frühen Morgenstunden auf dem Breitenstein ein und freuen Sie sich auf eine artenreiche, vogelkundliche Führung mit Dr. Max Schulz.

 

Falls vorhanden, Fernglas mitbringen.

 

Um Anmeldung per Mail wird gebeten: [email protected]

 

Termin: Sonntag, 27. April 2025 um 6:00 Uhr, Dauer: ca. 3 Stunden, Treffpunkt: Parkplatz Breitenstein

 Foto: Tom Dove, Text: Dr. Max Schulz, Christina Kunze


Pressemitteilung vom 31. Januar 2025

Fünf Hähertische für den Stadtwald

NABU lässt Futterstellen für Eichelhäher vom EBAZ fertigen

Alles fing damit an, dass der langjährige, ehemalige Vorsitzende des Naturschutzbund Eberbach, Heini Rumetsch, an seiner „Haus-Eiche“ im Herbst Hunderte herabgefallene, reife Eicheln vom Boden aufsammelte.

 

Seine Idee war, die Eicheln für den Eberbacher Stadtwald zu sammeln und in einer größeren Aktion in den Boden zu bringen, in der Hoffnung, dass daraus neue Eichen wachsen werden.
Doch so einfach geht das nicht, denn die Fläche müsste für eine Eichelsaat entsprechend vorbereitet werden, denn Eichen gehören zu den sogenannten „Rohboden-Keimern“, das sei sehr zeitaufwendig und arbeitsintensiv, so Försterin Christl Hock.

 

Als Alternative zur Pflanzung kam von der Stadtförsterei die Idee des sogenannten Hähertisches. „Anstatt die Eicheln in den Boden zu stecken, überlassen wir das der Natur“, so Hock weiter. Genauer gesagt dem Eichelhäher, der auch „Gärtner des Waldes“ genannt wird.
Der Hähertisch ist quasi ein mit Eicheln reich gedeckter Tisch für den Eichelhäher, der etwas erhöht im Wald aufgestellt und im Herbst von Menschenhand befüllt wird. Der rötlich-braune Rabenvogel mit dem auffällig blau schillernden Flügelfeld geht im Herbst seinem Sammeltrieb nach, Bucheckern und Eicheln als Wintervorrat aufzulesen und im Boden zu verstecken.

 

So manch eine Eichel verliert er während des Flugs aus dem Schnabel, im Kropf ist Platz für ganze zehn Stück. Manchmal vergisst er, wo er sie versteckt hat. Im folgenden Frühjahr keimen dann junge Pflänzchen, die irgendwann zu stattlichen Bäumen heranwachsen und
so zur Entwicklung von Mischwäldern beitragen. Der NABU Eberbach fragte Thomas Trunzer, den Leiter der Werkstatt des Eberbacher Bildungs- und Arbeitszentrum der Johannes-Diakonie Mosbach, kurz EBAZ an, ob es möglich wäre, fünf Hähertische für den Stadtwald zu fertigen. Innerhalb einer Woche waren die 40 mal 40 Zentimeter messenden Tische aus heimischer Douglasie fertig und konnten der Stadtförsterei überreicht werden.

 

Im Winter hat die Stadtförsterei den ersten Hähertisch im Stadtwald am Bocksberg montiert und mit den “NABU-Eicheln” befüllt, die mit etwas Glück von Eichelhähern aufgesucht und in der weiteren Umgebung versteckt werden.
Wer die Vögel nun bei der Nahrungsaufnahme beobachtet, kann mitunter feststellen, dass schlechte Eicheln oder auch Bucheckern aussortiert und nicht mitgenommen werden. Gerade in Fichten- und Kiefernbeständen im Stadtwald könnten die Hähertische zur Etablierung eines vielfältigen und stabilen Mischbestandes beitragen.

Foto: Stadtförsterei / Text: Christina Kunze


Pressemitteilung 09. Oktober 2024

Sonne, Kinder, Äpfel - Ein kurzes Glücksrezept

NABU Eberbach führt Streuobsttag für Kinder durch

Ende September bot der NABU Eberbach auf dem Breitenstein einen Streuobsttag für Kinder an.


Unter fachlicher Anleitung von Streuobstpädagogin Christina Kunze, Fachwart Antonino Saraceno und Jacqueline Saraceno vom NABU Eberbach ernteten 20 Kinder, bepackt mit Bollerwagen, Apfelpflücker, Erntekörben und Jutesäcken, Äpfel auf dem Breitenstein und lernten die verschiedenen alten Sorten und handwerklichen Schritte zum ersten eigenen Apfelsaft kennen: Ernten, Waschen, Zerkleinern, Pressen, viele Arbeitsschritte zum selbstgemachten Apfelsaft.


Während der Apfelernte brachten die Kinder die ersten gelben Bänder auf dem Breitenstein an. Das gelbe Band an einem Baum bedeutet: Hier darf geerntet werden. Diese Aktion ist eine Kooperation zwischen der Stadt Eberbach, dem Naturpark Neckartal Odenwald, der Gemeinde Schönbrunn und dem NABU Eberbach. Eigentümer von Streuobstwiesen, bzw. Obstbäumen werden ausdrücklich aufgerufen, ihre Bäume, sofern sie nicht abgeerntet werden, zur Ernte freizugeben. Die gelben Bänder gibt es bei der Stadt Eberbach.


Zwischen den Arbeitsschritten erläuterte Antonino Saraceno den Kindern was die heimischen Streuobstwiesen so besonders macht, wie sie sich von den Obstplantagen unterscheiden und was dies für die Sortenvielfalt und Biodiversität bedeutet. Am Spannendsten fanden die Kinder allerdings, was sich aus einem Apfel so alles herstellen lässt. Und weil Äpfel pressen müde macht, probierten die Kinder in den Pausen selbstgemachte Apfelchips und Bratapfelmarmelade. Himmlisch lecker….

Fotos, Text: Christina Kunze


Pressemitteilung 28. Mai 2024

Schwalbenfreundliche Häuser in Eberbach

NABU Eberbach überreicht Plaketten

 

Ein altes Sprichwort besagt: "Wenn Schwalben am Haus brüten, geht das Glück nicht verloren". Es können sich einige Hausbesitzer glücklich schätzen, so wie das Polizeirevier in Eberbach. Dort sind Mehlschwalben seit Jahren herzlich willkommen.


Damit sich noch mehr fliegende Glücksboten ansiedeln können, hat Reinhard Zettl vom NABU Eberbach in Zusammenarbeit mit der Stadt Eberbach kürzlich sechs neue Kunstnester installiert. Revierleiter Ralf-Peter Schwindt und Stellvertreter Klaus Großkinsky waren für das
Anbringen weiterer Nester offen.


Schnell, unkompliziert und unbürokratisch vergingen von der Anfrage bis zur Montage nur wenige Tage. Der NABU Eberbach dankt auch Malermeister Jens Bauer für die Bereitstellung der Farbe für die Kotbretter, die unter die Kunstnester angebracht wurden, um die Fassade vor unliebsamem Vogelkot zu schützen.

 

Unter anderem bieten Klaus Herzog, Familie Koch, die Baugenossenschaft Eberbach und die Michaelskirche Mehlschwalben und Mauerseglern, dank montierter Kunstnester, seit Jahren die Möglichkeit, in der Innenstadt zu brüten. Am Naturparkzentrum ist alles vorbereitet, damit Mauersegler die kürzlich angebrachten Nistkästen beziehen und im Stall des Hof Breitenstein und in Pleutersbach sind Rauchschwalben seit Jahrzehnten willkommene Gäste, die kürzlich aus dem Winterquartier aus Afrika zurückgekommen sind. Die Gastfreundschaft der Schwalben- und Mauerseglerfreunde würdigte der NABU Eberbach und vergab kürzlich Plaketten mit der Aufschrift “Schwalbenfreundliches Haus” bzw. “Hier sind Gebäudebrüter willkommen”.

 

Gestalten auch Sie Ihr Haus schwalbenfreundlich und tragen aktiv dazu bei, dass Schwalben wieder mehr Lebensräume finden. Die Montage von Kunstnestern für Schwalben ist dort sinnvoll, wo bereits welche vorkommen. Melden Sie sich beim NABU Eberbach, Christina Kunze, Telefon: 06271-8099888 oder per Mail: [email protected], oder bei Arnd Koch, Telefon: 06271-2921. Um eine Plakette zu erhalten, können sich auch Schwalbenfreunde melden, bei denen die Glücksboten schon zuhause sind.

Fotos, Text: Christian Kaiser, Christina Kunze


Das Foto zeigt Reinhard Zettl bei der Montage der Kunstnester für Mehlschwalben.


Pressemitteilung 19. Mai 2024

NABU-Verkauf von torffreier Erde wurde gut angenommen

Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche “Torffrei gärtnern” vom 3. bis 12. Mai 2024 beteiligte sich der NABU Eberbach erstmals mit einer Verkaufsaktion von torffreien Erdsubstraten.


Auf dem Parkplatz vor dem Städtischen Bauhof konnte am Torffreitag und am Samstag am 3. und 4 Mai torffreie Erde erworben werden. Die Initiatoren des "Torffreitags" Katrin und John Landis wurden von Bauhofmitarbeitern, dem Klimaschutzmanager der Stadt Anton Fleischmann, sowie Doris Lenz und Anna-Marie Vogl vom NABU Eberbach tatkräftig und hilfsbereit unterstützt.


Die torffreien Erdsubstrate konnten von dem Biomassezentrum in Buchen (AWN) bezogen und dankenswerterweise von Bauunternehmer Stefan Müller kostenfrei nach Eberbach transportiert werden.


Zur Auswahl standen zwei torffreie Erdmischungen, die unter anderem aus Materialien regionaler Grüngutplätze hergestellt werden. Sie lockern den Boden, speichern das Wasser, fördern das Bodenleben und sorgen auf natürliche Weise für einen gesunden und fruchtbaren Boden.


Eine Erdsorte wurde zusätzlich mit Pflanzenkohle angereichert: Terra Preta die "schwarze Wundererde". Diese wirkt aufgrund ihrer porösen Struktur wie ein Schwamm und kann dadurch Mikroorganismen, Wasser, Nährstoffe und auch Kohlenstoff besonders gut aufnehmen.


In Deutschland werden jährlich über 3 Millionen Kubik torfhaltige Erdsubstrate von Hobbygärtnern gekauft. Doch die Verwendung von Torf ist sehr problematisch. Durch den Abbau und die Trockenlegung der Moore gehen nicht nur wertvolle Naturreservate verloren, auch seltene Pflanzen und Tiere verlieren ihre Heimat und verschwinden für immer.


Wird der über Jahrtausende gewachsene Torf abgebaut und als Blumenerde genutzt wird der darin gespeicherte Kohlenstoff als klimaschädliches Treibhausgas CO2 freigesetzt. Moorböden bedecken zwar nur knapp 3% der gesamten Landfläche der Erde, binden jedoch mehr als doppelt so viel Kohlenstoff wie sämtliche Wälder auf der ganzen Welt zusammen.

Wer torffrei gärtnert betreibt aktiven Natur-und Klimaschutz.

Aufgrund der guten Resonanz wird der NABU Eberbach die Aktion "Torffreitag" auf jeden Fall wiederholen.

Fotos, Text:     NABU Eberbach, Doris Lenz
Auf dem Foto zu sehen: Katrin und John Landis vom NABU Eberbach


Pressemitteilung 25. April 2024

Vogelkundliche Führung auf dem Breitenstein

NABU Eberbach lädt zu einem morgendlichen Vogel-Spaziergang ein

 

Der Breitenstein ist die größte Streuobstwiese auf Eberbacher Gemarkung. Die 130 ha umfassende Hochfläche um den 318 m hohen Schollerbuckel, die vor 1,5 Millionen Jahren das Flussbett des Neckars bildete, ist nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel, sondern auch eine der artenreichsten Landschaften um Eberbach.


Charakteristisch für diese vor 200 Jahren durch Rodung entstandene Kulturlandschaft ist der kleinräumige Wechsel von Ackerflächen, Wiesen, Weiden, Heckenstreifen, Streuobstwiesen, Steinriegeln und Trockenmauern. 42 Brutvogelarten sind in dem Landschaftsschutz- und FFH- Gebiet nachgewiesen. Der frühe Vogel fängt den Wurm heißt es… lassen Sie sich auf die frühen Morgenstunden auf dem Breitenstein ein und freuen Sie sich auf eine artenreiche, vogelkundliche Führung mit Dr. Max Schulz und Christina Kunze.


Falls vorhanden, Fernglas mitbringen.
Um Anmeldung per Mail wird gebeten: [email protected]

 

Termin: Sonntag, 5. Mai 2024 um 7:00 bis, Dauer: ca. 3 Stunden, Treffpunkt:
Parkplatz Breitenstein

Foto, Text: Dr. Max Schulz, Christina Kunze


Pressemitteilung 21. März 2024

Amphibienschutzaktion in vollem Gang

Noch bis Ende April werden an den drei betreuten Eberbacher Amphibienwanderstrecken vor allem Erdkröten übergesetzt.


Pfadfinderstamm Goten (L2311, Rote Fährt) und NABU Eberbach (B45, Gammelsbachtal und L2311, Itterstausee) retten dort die Tiere in den Abendstunden - mit Hilfe von Schutzzäunen entlang der Straßenabschnitte und mit Unterstützung von Straßenmeisterei, Technischem Hilfswerk, Stadtverwaltung und Polizei.


Goten und NABU bitten darum, die lokalen Tempobegrenzungen an den drei Wanderstrecken zu beachten, um freiwillige Helfer und Amphibien nicht zu gefährden. Interessierte Helfer melden sich bitte bei: Pfandfinder Goten (Erich Kniel, Tel. 06262/912788) oder NABU (Arnd Koch, 06271/2921).

Text: NABU Eberbach, Arnd Koch

 

Foto: NABU Eberbach, Christian Kaiser

 

Das Foto zeigt die Helfer der NABU-Gruppe Eberbach nach dem Aufbau des
Krötenzauns am Itterstausee (L2311) am 02.03.2024.

 


Pressemitteilung 18. März 2024

Naturpark freut sich auf neue Untermieter

NABU Eberbach montiert vier Nistkästen für Mauersegler

 

Selten sieht man den ausgesprochenen Flugkünstler am Boden, denn er verbringt einen Großteil seines Lebens in der Luft.

 

Die Rede ist vom Mauersegler (Apus apus), dessen Gefieder überwiegend dunkelbraun bis rußschwarz ist. Einzig die Kehle ist weiß, was man im Flug allerdings schwer erkennen kann. Häufig fliegt er hoch oben am Himmel. Sein Körper ist komplett an den Flug angepasst. Häufig erkennt man ihn an seinen schmalen, sichelförmigen Flügeln und dem langen Gleitflug und mit seinen schrillen Rufen “Sriiih” ist der rasante Segler in der Eberbacher Innenstadt kaum zu überhören.

 

Zum Brüten und zur Aufzucht der Jungen muss allerdings auch der Mauersegler mal landen. Seine Nester baut er sehr nah am Menschen in Mauerspalten oder dicht unterm Dach. Mit Neubauten und der Sanierung von Häusern schwinden allerdings die Möglichkeiten, geeignete Nistplätze zu finden. Glücklicherweise nimmt er aber auch spezielle Nistkästen an.

 

Dank der Zusammenarbeit der Stadt Eberbach, dem Naturpark Neckartal-Odenwald und dem NABU Eberbach konnten kürzlich vier Schwegler Nistkästen speziell für Mauersegler am Thalheimschen Haus montiert werden. “Alles ist bereit, jetzt muss nur noch der Mauersegler im Mai aus seinem Überwinterungsgebiet in Afrika zurückkehren und diese beziehen”, so Christina Kunze vom NABU Eberbach.

 

Paul Siemes, Leiter des Naturpark Neckar-Odenwald, ist begeistert: “Ich freue mich sehr über unsere neuen fliegenden Untermieter, die wir ausdrücklich Willkommen heißen.”


Der Antrag an die Denkmalschutzbehörde ging dank der Unterstützung von Detlef Kermbach, Leiter des Bauamts, schnell über die Bühne und die Genehmigung ließ nicht lange auf sich warten, betont Christina Kunze vom NABU Eberbach.


Der NABU Eberbach bedankt sich bei der ortsansässigen Malerfirma Limpert, welche die ursprünglich grauen Nistkästen aus Holzbeton, auf eigene Kosten, in atmungsaktiver Fassadenfarbe - in den Farben des 2023 neu gestalteten Thalheimschen Haus - gestrichen hat.

 

Ohne den Verleih des Hubsteigers der Firma Beisel aus Eberbach, wäre die Arbeit von Reinhard Zettl und Rainer Engelhardt vom NABU Eberbach in schwindelnder Höhe nicht möglich gewesen. Zur großen Freude des NABU Eberbach wird die Firma Beisel keine Rechnung stellen. Der NABU Eberbach bedankt sich ausdrücklich bei allen Beteiligten, die dazu beigetragen haben, dass das Thalheimsche Haus ein neuer Lebensraum für den Mauersegler geworden ist.

Text & Foto: NABU Eberbach, Christina Kunze.

 

Das Foto zeigt unsere Helfer Rainer Engelhardt und Reinhard Zettl beim Aufhängen der Mauerseglerkästen am Thalheimschen Haus.